JetztZukunftGestalten – Ein Thementag zur Nachhaltigkeit und zum Demokratielernen

 

Ausgangspunkt des Thementages 2027 ist ein erweitertes Bildungsverständnis, das Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit politischer Bildung verbindet. Orientierung bieten die Agenda 2030 mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) sowie die Kompetenzen für eine demokratische Kultur (RFCDC). Im Zentrum steht die Frage, wie nachhaltige Entwicklung, demokratische Teilhabe und Friedenssicherung in Europa miteinander zusammenhängen.

Der Thementag JetztZukunftGestalten ist eines von 20 Bildungsprojekten, die das Europaseminar im Schuljahr 2026-27 im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms Hessische Europaschulen durchführt.

Themen wie wirtschaftliche und ökologische Verantwortung, europäische Zusammenarbeit, der konstruktive Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten und der Einfluss künstlicher Intelligenz werden multiperspektivisch aufgegriffen. Die Workshops sind berufsfeldübergreifend als auch fachspezifisch konzipiert. Im Einzelnen wurden folgende Workshops angeboten:

Demokratie stärken, Extremismus entgegentreten: Der Workshop wurde gestaltet von Merlin Niklosz der DEXT-Fachstelle in Hessen für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention. Unter dem Leitgedanken: Wissen, Verstehen, Handeln für eine starke Demokratie wurde die Bedeutung sozialer Medien für demokratische Prozesse untersucht und Ansätze sowie Methoden zur Extremismusprävention bei Jugendlichen diskutiert.

Umgang mit Stammtischparolen in der Schule und im Privaten: Sebastian Brockhoff, Lehrkraft an der Werner-von-Siemsens Schule in Wetzlar, lieferte den Teilnehmenden zunächst wertvolle Hintergrundinformation zur Werte- und Demokratiebildung. Zentrale Elemente des Workshops waren Rollenspiele und deren anschließende Reflexion sowohl aus der Rolle des/der Betroffenen als auch des Beobachters oder der Beobachterin. Es folgte ein erstes Training in gezielt vorurteilsfreier und deeskalierender Kommunikation.

KI und Demokratie in Schule: Dr. Thomas Driebe, LiV im Prüfungssemester, nahm ein hochaktuelles Thema in den Blick: wie funktioniert Künstliche Intelligenz, welche Wirkung hat sie auf unsere demokratische Gesellschaft, und welche Ansatzpunkte ergeben sich für den Unterricht? Nach einem Kurzvortrag folgte eine Arbeitsphase zum eigenen Ausprobieren, bevor in einer Fragerunde offene Punkte diskutiert wurden.

Escape Room zur Europäischen Union: In ihrem Workshop bot Barbara Rustige, Ausbildungskraft und Europakoordinatorin, einen kreativen Zugang zum Themenkomplex Europa. Die Teilnehmenden setzten sich intensiv mit der EU als Garant für Frieden, Freiheit und Demokratie auseinander und verknüpften ihr Wissen über deren Strukturen und Aufgaben mit der Methode des Escape Rooms. Im Anschluss wurde gemeinsam ausgewertet, wie sich dieses spielerische Format auch im eigenen Unterricht zu verschiedenen Themen einsetzen lässt.

Wald als Ressource? Nachhaltigkeit fußt auf der Feststellung, dass wir täglich Ressourcen zum Leben und Überleben nutzen müssen. Vor diesem Hintergrund lud Försterin Rita Kotschenreuther ein, unmittelbar mit dem Lebensraum Wald in Berührung zu kommen und eröffnete vielfältige Themen rund um die Holzentstehung und die Holzverwendung früher und heute. Allen Teilnehmenden wurde sehr deutlich, wie langfristig und nachhaltig die Forstwirtschaft denkt, während individueller Konsum vielfach vor allem bequem ist.

Zukunfts-Bauen: Carsten Klein, Ausbildungskraft im Europaseminar und Felix Heinrich, Lehrkraft an der Theodor-Litt Schule in Gießen, legten gemeinsam mit Lernenden der Produktionsschule Abendstern den Grundstein für einen neuen Fahrradunterstand. Die Teilnehmenden gossen die Punktfundamente für eine nachhaltige Infrastruktur.

Kakao-Workshop: Dieser Workshop wurde gestaltet von den LiV der beruflichen Fachrichtung Ernährung und Hauswirtschaft Döndü Erdogan, Maren Josefs, Stefan Kappel und Mareike Lotz sowie von den Ausbildungskräften Maike Exner und Nadine Döring. Von der Kakaobohne bis zur Schokoladencreme lernten die Teilnehmenden die Biologie der Kakaopflanze kennen. Anschließend stellten sie selbst Schokoladencreme her und erfuhren mehr über Siegel für Kakao, Schokolade und Nachhaltigkeit.

Bildung als verbindender Gedanke

In der Eröffnungsrede ordneten Kerstin Streiff und Timo Schweighöfer das Thema des Aktionstages ein: Schule vermittelt Fachkompetenzen – doch Bildung geht darüber hinaus. Es geht darum, junge Menschen dabei zu unterstützen, sich ein eigenes Urteil zu bilden, Verantwortung zu übernehmen und an Gesellschaft teilzuhaben. Die ehemalige UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova formulierte es einmal so: „Es gibt keine wirkungsvollere Kraft als Bildung, um soziale Teilhabe zu fördern, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und Menschenrechte zu stärken.“

In diesem Sinne verband der Thementag unterschiedliche berufliche Fachrichtungen und Fachrichtungen und zeigte einmal mehr, dass sich vielfältige Fragen der Zukunft nur multiperspektivisch beantworten lassen. Mit interessanten Einblicken, guten Gesprächen und einem offenen Austausch endete ein Tag, der den Teilnehmenden Impulse für die eigene Unterrichtsarbeit mit auf den Weg gab.