Demokratie im Zentrum – Mittelhessische Europaschulen an der Europäischen Akademie Otzenhausen

Sechs Mittelhessische Europaschulen und das Europastudienseminar sind im Verbund der Region Mitte der Hessischen Europaschulen und haben gemeinsam vom 29.01. bis 31.01. die Europäische Akademie Otzenhausen (EAO) besucht. Kerstin Streiff und Barbara Rustige nahmen an dieser Tagung vom Europaseminar teil.
Die Region Mitte reiste am Montagvormittag an und wurde durch die Geschäftsführerin der EAO Stéphanie Bruel herzlich begrüßt. Frau Bruel stellte der Gruppe die verschiedenen Bildungssparten und vielfältigen Angebote der EAO vor. Hierbei ging Frau Bruel vor allem auf die Philosophie „EUROPA ENTSTEHT DURCH BEGEGNUNG“ und die Kernaufgabe „politische Bildung auf Basis des Beutelsbacher Konsenses“ ein. Auf dieser Grundlage entstand dann ein reger Austausch über die verschiedenen Möglichkeiten einer Kooperation der Schulen und des Europaseminars der Region Mitte mit der EAO.
Anschließend bereitete die Region Mitte den anstehenden gemeinsamen Aktionstag mit dem Thema „Europa – extrem demokratisch!?“ am 08.05.2024 vor. Hierfür wurden die bisherigen Ergebnisse und Workshopanfragen zusammengetragen und koordiniert.
Am zweiten Tag wurden die gemeinsamen Ziele der Region Mitte für die nächsten Jahre diskutiert und festgelegt.
Am Nachmittag reiste die Gruppe gemeinsam nach Schengen. Dort informierte man sich im „Europäischen Museum Schengen“ über das Schengener Abkommen (1985) und das Schengener Durchführungsübereinkommen (1990). Im Rahmen einer sehr gelungenen Führung eines Luxemburger Zeitzeugen erfuhren die Teilnehmenden, dass Schengen als Geburtsort der „Europaschulen“ gesehen werden kann. Dort wurde im Jahr 1953 die erste grenzüberschreitende Schule Europas, die in vier verschiedenen Sprachen unterrichtete und im weiteren Verlauf auch alle Abschlüsse unter einem Dach anbot, als erste grenzüberschreitende Ganztagsschule Europas gegründet. Somit war die Region Mitte der Hessischen Europaschulen auf den ersten Spuren der Europaschulen unterwegs. Zudem wurde die Bedeutung der Schengener Übereinkünfte und der EU allgemein vor allem auch in Grenzgebieten noch einmal verdeutlicht. Dies macht die Region perspektivisch als Ausflugsziel mit Europaschülerinnen und Europaschülern attraktiv.
Beim gemeinsamen Abschluss am Mittwochvormittag wurden die neuen Programmziele der Hessischen Europaschulen diskutiert und auf das konkrete Beispiel des Aktionstages übertragen.
Nach einer abschließenden Reflexion und einem Austausch über die Arbeit in der Region Mitte im Allgemeinen endeten drei sehr intensive und interessante Tage mit einem Mittagsessen an der EAO, bevor sich alle Teilnehmenden wieder auf die Rückreise nach Mittelhessen begaben.

   

Klausurtagung der Europa-Steuergruppe – auf zu neuen Wegen

 

 

Die Förderung der Kreativität und die Generierung von Ideen stehen in enger Verbindung zueinander. Aus diesem Grund hat sich die Europa-Steuergruppe bei ihrer jährlichen Klausurtagung zum Ziel gesetzt, durch kreative Aktionen neue Projektideen zu entwickeln.
Als erste kreative Maßnahme wurde die Überarbeitung der Ausstellung im Haus durchgeführt. Dabei wurden einige Exponate ausgetauscht, andere ergänzt und neu arrangiert. Anschließend gestalteten die Mitglieder der Steuergruppe Quadratologos, die ebenfalls einen Platz in der Ausstellung im Haus finden werden.
Während dieser kreativen Aktion haben wir gemeinsam nach neuen Projektideen im Rahmen des „Hessischen Entwicklungsprogramms Europaschulen“ gesucht und zahlreiche inspirierende Ansätze entdeckt. Dabei wurden verschiedene Ausstellungen und Museen sowie potenzielle Leuchtturmschulen in Hessen thematisiert, um ihre Eignung für einen Projektantrag zu prüfen.
Nun werden die Ausbildungskräfte gemeinsam darüber nachdenken, welche der Ideen im kommenden Schuljahr in die Tat umgesetzt werden sollen.

Besuch auf dem Hof Obersteinberg – ein Vormittag voller Inspiration

Am Mittwoch, 29.11.2023, besuchten die angehenden Lehrkräfte des Berufsfeldes Ernährung und Hauswirtschaft den Hof Obersteinberg in Pohlheim sowie den Hofladen.
Von der Saat bis zur Ernte, vom Stall bis zum Teller –alle Facetten der Lebensmittelproduktion konnten hautnah erlebt werden. Besonders begeisterte Philipp Fay mit der Schilderung, dass die Tiere auf dem Hof nur mit eigen erzeugtem Futter gefüttert werden und artgerecht draußen gehalten werden. Nach einem erfüllten Leben erfolgt die Schlachtung im eigenen EU-zertifizierten Schlachthaus ohne Stress für die Tiere direkt vor Ort. Das Fleisch wird von zwei Metzgern direkt verarbeitet und im Hofladen vertrieben.
Nach der Führung durften die Produkte gemeinsam verkostet werden. Die praktischen Einblicke in die Landwirtschaft und die Tierhaltung ermöglichten es den zukünftigen Pädagogen, einen tieferen Einblick in die Zusammenhänge von Ernährung und Landwirtschaft zu gewinnen. Somit war der Besuch auf dem Hof Obersteinberg für alle Beteiligten eine inspirierende Erfahrung.

Europaseminar in Gießen: Nachhaltigkeitstag weckt Bewusstsein für eine nachhaltige Zukunft

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit ist in unserer modernen Welt nicht mehr zu übersehen. Die Lehrkräfteausbildung am Europaseminar in Gießen hat dies erkannt und entschied sich daher, einen inspirierenden Nachhaltigkeitstag für alle Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst gemeinsam mit ihren Ausbildungskräften zu veranstalten. Die Initiative, geplant von der Europa-Steuergruppe und dem Seminarrat, fand am 12. Oktober 2023 statt und bot einen facettenreichen Tag mit vielfältigen Workshops und tiefer Reflexion. Die stellvertretende Seminarleiterin Kerstin Streiff eröffnete den Tag mit einer herzlichen Begrüßung, gefolgt von einer einführenden Präsentation von Barbara Rustige und Maike Exner, den beiden Ausbildungskräften. Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde thematisiert und die 17 Ziele der Nachhaltigkeit in den Blick genommen. Am Vormittag boten die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit ihren Ausbildungskräften eine beeindruckende Palette von Workshops an. Hier konnten die Teilnehmer unter anderem lernen, wie man nachhaltige Kosmetik herstellt, Gastgeschenke für Europafahrten eigenhändig gestaltet, Insektenhotels baut, die Frage „Wie vegan ist Nachhaltigkeit?“ beantwortet, sich in einem Planspiel mit der Energiewende auseinandersetzt und an einer Pflanzentauschbörse teilnimmt. Außerdem bestand die Möglichkeit, in der Kleidertauschbörse „shoppen“ zu gehen. Ziel der Workshops war, praktisches Erleben mit der Übertragung von Nachhaltigkeitsthemen in den eigenen Unterricht zu verknüpfen und so ein vertieftes Verständnis für die Thematik zu ermöglichen. In jedem Workshop wurde praktisch gearbeitet, und es wurde intensiv darüber nachgedacht, wie Nachhaltigkeitsthemen in den Schulen konkret mit den Lernenden behandelt werden können. Nach einem nachhaltigen Mittagsimbiss erkundete eine Gruppe mit der Försterin Frau Kotschenreuther den Bergwerkswald unter dem Thema „Lebensraum Wald“. Die Försterin informierte sehr eindrücklich über Nachhaltigkeit und beleuchtete sehr kritisch die Nutzung von Wäldern. Die andere Gruppe beschäftigte sich mit den Sauberkeitspaten (eine Initiative der Stadt Gießen) und sammelte selbst Müll in der Umgebung des Europaseminars ein. Die Teilnehmenden waren sehr geschockt, wie viel Müll achtlos in die Natur geworfen wird. Auch der Nachmittag wurde ausgewertet und überlegt, wie solche Aktionen mit Lernenden in den beruflichen Schulen umgesetzt werden können. Insgesamt hat der Nachhaltigkeitstag dazu beigetragen, unser Bewusstsein für die ökologische, ökonomische und soziale Zukunft unserer Gesellschaft zu schärfen. Projekte zu diesem Thema werden nun an den beruflichen Schulen in Mittelhessen durchgeführt, und das Europaseminar wird auch in Zukunft weitere Nachhaltigkeitstage anbieten. Es ist an der Zeit, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.

LiV und Ausbildungskräfte Wirtschaft und Verwaltung und Metalltechnik gründen Juniorfirma

Für unser Projekt „Fahrradunterstand Solarbetrieben“ gründeten Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit ihren Ausbildungskräften „Wirtschaft und Verwaltung“ und „Metalltechnik“ die erste Juniorfirma im Europaseminar. Damit sind wir eine der vielen Juniorfirmen Deutschlands, die bei der iW Junior in Köln angemeldet ist und in diesem Rahmen die Projektarbeit durchführen werden.
Ziel der Projektarbeit ist, einen Fahrradunterstand am Europaseminar zu verwirklichen. Dieser soll durch Solarmodule ebenfalls die Möglichkeit bieten, E-Bikes vor Ort zu laden und damit die Nachhaltigkeit in Bezug auf Mobilität zu fördern.

Europafahrtpräsentationen am 6. Juli 2023 – Schweiz, Schweden und Italien

Ein Highlight im Jahr am Europaseminar sind sicherlich die Präsentationen der Europafahrten. Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit ihren Ausbildungskräften kamen mit vielen Ideen, zukunftsweisenden Konzepten und interkulturelle Kompetenzen von ihren drei Erkundungsfahrten der Bildungssysteme in der Schweiz, in Schweden und in Südtirol zurück.

Am Präsentationstag wurden die Ergebnisse der Fahrten einem breiten Publikum vorgestellt. Eingangs haben Kerstin Streiff und Barbara Rustige die Gäste begrüßt und den Wert der Fahrten mit Bezug zum neuen Hessischen Lehrerbildungsgesetzt herausgestellt.
Grußworte mit der Bedeutung der Europaarbeit am Europaseminar und der Bedeutsamkeit der Lehrkräfteausbildung in Gießen brachte der Bürgermeister der Stadt Gießen, Herr Alexander Wright, mit. In den Grußworten des Hessischen Kultusministeriums durch Herrn Stefan Düppers wurde die Wichtigkeit des Erlebens Europas vor Ort für die angehenden Lehrkräfte herausgestellt. Er zeigte zudem auf, dass das Europaseminar die Arbeit des Entwicklungsprogramms hessischer Europaschulen bereichert und den Vorteil, dass angehende Lehrkräfte schon frühzeitig für das Thema Europa in den Schulen sensibilisiert werden. Das Grußwort der Hessischen Lehrkräfteakademie überbrachte Katrin Feld.

Im Anschluss haben die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst ihre drei Fahrten kurz auf kreative Weise vorgestellt, bevor alle Gäste die Möglichkeit hatten, sich in gestalteten Räumen zu den drei Fahrten intensiver in Gesprächen über die Ergebnisse zu informieren.
Zudem haben auch Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst ihre Erfahrungen beim Jobshadowing an einer europäischen Schule in zwei Räumen präsentiert und den Gästen ihre eindrücklichen Erfahrungen nähergebracht.

Im Abschlussplenum wurden Erkenntnisse aus den Europafahrten in Bezug zur Portfolioarbeit, zu Querschnittsthemen und modernen pädagogischen Konzepten von angehenden Lehrkräften gesetzt.
Die neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst können sich nun auf die Europafahrten in 2024 nach Finnland, Österreich, Großbritannien und in die Niederlande freuen.